"Wir geben dem Verein ein Gesicht" (5)

"Wir geben dem Verein ein Gesicht" (5)

Volleyball 17.09.2021

Ein Leben für den Volleyball

Ehepaar Opitz: „Mehr Werbung für unsere Abteilung!“

Der eine jagt Zeit seines Lebens dem runden Leder hinterher, ein anderer hat es mehr mit dem kleineren Handball und ein weiterer entwickelt seine Leidenschaft beim Einlochen mit dem Golfball. Beim Ehepaar Petra (52) und Norbert Opitz (69) ist es hingegen der Volleyball, der die sportive Seite ihres Lebens dominiert.

Der mittlerweile pensionierte Sport- und Mathematik-Lehrer Norbert Opitz ist, ohne ihm Honig um den Mund schmieren zu wollen, der „Mr. Volleyball“ bei Blau-Weiß Neuhof schlechthin. Seit mehr als vier Jahrzehnten übt der Vater zweier Söhne von 18 und 23 Jahren, der mit seiner Ehefrau seit 1995 glücklich in Ochtersum in einem netten Eigenheim wohnt, nun schon ehrenamtlich den Trainer-Job am Klingenberg aus. Die berufliche Qualifikation als Pädagoge tat in dieser Hinsicht sicherlich ein Übriges.

Norbert Opitz, der auf der Hochschule erstmals mit dem Volleyballsport in Kontakt kam und sogleich Sympathie für diese Sportart empfand - nicht zuletzt, „weil ich im Fußball für mich überhaupt keine Chance sah“ - startete 1976 seine Laufbahn als Volleyballer bei den „Kirschen“, um sich schon zwei Jahre später als Übungsleiter zu beweisen. Bis heute mit Leidenschaft und Akribie.

Petra spielte nach eigenem Bekunden als „Kind häufig mit den Nachbarskindern auf der Straße Volleyball“ und selbst im Urlaub mochte sie von der attraktiven Sportart nicht lassen. „Nori (der Spitzname für ihren Mann, Anm.d.Red.) war zugleich auch mein erster Trainer. Ich war damals 13 Jahre alt“, erinnert sich seine spätere Ehefrau Petra (Hochzeit 1994) und hebt besonders die „tolle Gemeinschaft in der Volleyball-Abteilung in Neuhof“ und den „höchst motivierten Trainer“ hervor.

Problem: Aktuell keine Neuhofer Damen- bzw. Herrenmannschaft gemeldet

Mangels anderer Übungsleiter in der Abteilung Volleyball macht sich der 69-Jährige allerdings auch ernsthaft Gedanken, was sein wird, „wenn ich, aus welchen Gründen auch immer, mal aufhören muss“ und damit eine personelle Alternative fehlt. Das Dilemma: Ein Nachfolger für „Nori“ ist leider weit und breit nicht in Sicht. Ehefrau Petra, die zwar nicht mehr aktiv spielt, dafür seit 2018 das Amt der Volleyball-Abteilungsleiterin innehat, kann aufgrund ihrer beruflichen Beanspruchung als Sport- und Mathelehrerin sowie als „Fachberaterin Schulsport“ für Grund-, Haupt-und Realschulen auch nicht in die großen Trainer-Fußstapfen ihres Ehemannes treten.

Ein echtes Problem, wenn es denn mal akut werden sollte: Seit einigen Jahren macht dem Ehepaar Opitz zunehmend der fehlende weibliche Nachwuchs Sorgen sowie die unerfreuliche Tatsache, dass die „Kirschen“ weder eine Damen- noch eine Herrenmannschaft aktuell melden können. Die Hochphase bis zum Ende der 90er-Jahre, als es noch Damen- und Herrenteams gab und es etwa die Volleyball-Damen bis in die Oberliga und damit bis in die vierthöchste Spielklasse schafften (1991, 1997 und 2001), sind schon lange vorbei. Die Männer brachten es immerhin bis in die Landesliga.

Heute muss man sich bei den „Kirschen“ mit vier Nachwuchsmannschaften (allesamt Jungen, nicht ein einziges Mädchen dabei!) zufrieden geben. Norbert Opitz: „Perspektivisch streben wir natürlich wieder Herren- und Damenmannschaften im Punktspielbetrieb hie in Neuhof an.“ Allein die Realität ist momentan noch eine andere.

„Es gibt nicht nur den Fußball“

Der schlaksige Ochtersumer, der zugleich auch Schulsportwart für die Volleyballregion Hildesheim ist, sich damit um die Fortbildung der Grundschul-Sportlehrer im Bereich Volleyball kümmert sowie Turniere an Grundschulen und weiterführenden Schulen organisiert, sieht allerdings auch den Verein in der Pflicht: „Ich wünschte mir mehr Werbung und Unterstützung für unsere Abteilung“, äußert sich Opitz durchaus kritisch. Es gebe nicht nur den Fußball, auch das Wohl und Wehe anderer Abteilungen sollte im Blick der Verantwortlichen liegen, damit die Volleyballer nicht ein ähnliches Schicksal erleiden wie zuvor die Tischtennis- bzw. Tennissparte. „Ein Verein lebt doch auch von der Vielseitigkeit der angebotenen Sportarten“, ist der „Volleyball-Dino“ überzeugt, „das macht ihn doch erst interessant.“

Froh sind die beiden über die Existenz eines Beachvolleyballfeldes neben dem alten Klubhaus. Im Sommer werde dieses gerne und oft genutzt, berichten sie. Ihr jüngster Sohn Mika, der lange Zeit bei den Blau-Weißen baggerte, pritschte, stellte und schmetterte (spielt jetzt in Hannover in der Oberliga), legte mit diesen zusätzlichen Trainingsmöglichkeiten draußen - neben den Übungseinheiten in der Halle - den Grundstein für seine Meriten im Bereich des Beachvolleyball. Petra: „Es ist schon sehr schön, wenn der eigene Sohn in der Sportart, die mein Mann und auch ich lieben, erfolgreich ist.“

Gerd Vetter: Gründer und Motor der Volleyball-Sparte bei den „Kirschen“

Als Trainer mit B-Lizenz vergisst Norbert Opitz zum Schluss aber nicht, den „Gründer und Motor“ der Volleyball-Abteilung bei den „Kirschen“ zu erwähnen. Sein Name: Gerd Vetter. „Er hat die Abteilung 1975 ins Leben gerufen, um dem absolut dominierenden Fußball etwas entgegenzusetzen.“ 1979 konnte die erste Herrenmannschaft gemeldet werden, ein Jahr später die erste Damenmannschaft. Opitz nennt Gerd Vetter, der leider viel zu früh verstarb, einen „Abteilungsleiter mit Haut und Haaren". Er sei „engagiert ohne Ende“ gewesen, mit klaren Zielen und damit auch durchaus „streitbar, wenn es etwa um die Durchsetzung der Volleyball-Belange gegenüber den Fußballern“ gegangen sei. Opitz: „Gerd und ich haben immer sehr gut und vertrauensvoll zusammengearbeitet.“

 

                                                                                                                                        Torsten Becker

 

Wo sind sie, die sportinteressierten jungen Damen?

Eine Alternative zum Handball, Hockey oder auch Reiten gesucht? Hier ist sie: Volleyball. Eine fantastische Mannschafts-Sportart, die der Autor selbst einmal - Ende der 70er-Jahre, natürlich in Neuhof (wenn auch nur kurz) - gespielt hat. Unglaublich vielseitig und auch komplex, werden beim Volleyball doch Beweglichkeit, Schnelligkeit und Sprungkraft ebenso gefordert und gefördert wie Übersicht, Ballgefühl und mentale Stärke.

Bei den "Kirschen" seid ihr mit Sicherheit bestens aufgehoben. Petra und Norbert stehen für viel Erfahrung und Kompetenz in der Sache, aber auch für ganz viel Nähe und ein familiär-freundschaftliches Miteinander in der Volleyball-Abteilung.


Bei Interesse: Kontakt via Mail unter norbert_opitz@t-online.de bzw. auch telefonisch unter (05121) 265556
(tb)

 

Titelfoto: Petra und Norbert Opitz. Ihre Herzen gehören dem Volleyball.

Bildergalerie: Fotos Torsten Becker sowie Archivfotos Volleyballabteilung

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